Heilkräuter – was für ein tolles interessantes Thema. Und vor allem ist es weit verbreitet, aber irgendwie wissen nur die wenigsten darüber Bescheid. Es gibt Heilkräuter, die kennt jedes Kind wie z.B. Löwenzahn und Gänseblümchen. Dabei gibt es in der Natur so viel mehr an wertvollen, gesunden Heilkräutern.

Ich persönlich finde es schade, dass dieses wertvolle Wissen so wenig Beachtung in der Gesellschaft findet. Es sollte als eigenes Schulfach in der Schule und schon im Kindergarten bearbeitet werden. Kinder sind meistens offen für solche Dinge und auch gerne draußen in der Natur. Wenn man sie z.B. spielerisch an dieses Wissen heranbringt, und sprichwörtlich “den Samen legt”, kann daraus etwas Wunderbares wachsen.

Wenn wir draußen in der Natur unterwegs sind, haben wir meist nicht den Blick für die Vielfalt und Schönheit unserer Umgebung. Zumindest ging es mir so. Klar ich fühlte mich wohl an der frischen Luft, was aber genau um mich herum wachste, interessierte mich früher nicht wirklich. Erst als ich auf dem Bewusstseinsweg war und ich mich für alternative Heilmethoden öffnete und interessierte, merkte ich, wie spannend und wichtig der Umgang mit Heilkräutern ist. Ich fing an mich dafür zu interessieren, welche Pflanzen in meinem Garten wachsen und nach und nach lerne ich diese und andere kennen und bestimmen. Wenn man sich mit einer Pflanze beschäftigt und diese kennenlernt, kann man sich mit der nächsten beschäftigen. Und so kann ganz leicht ein Kräuterheilwissen erlernt und weitergegeben werden.

Unsere heutigen Medikamente basiert auf dem Heilwissen, welches unsere Vorfahren sich angeeignet haben. Und auch wer früher als “Hexe” bezeichnet und verfolgt wurde, war nichts anderes, als pflanzenkundige Frauen und Kinder. Man hatte zur damaligen Zeit Angst vor ihrem Wissen und die Macht, die sie dadurch erhalten haben. Und gerade heute in der sehr materialistisch, modernen Welt, würde es uns gut tun, wenn wir uns mehr mit der Natur und ihren Schätzen auseinandersetzen und sich mehr mit unserem Ursprung und unseren Wurzeln zu beschäftigen.

Meine persönliche Erfahrung

Mir ist es einmal passiert, dass mich eine Biene gestochen hat. Das tat natürlich weh, aber zum Glück wusste ich, was mir helfen könnte. Und so ging ich keine drei Schritte weiter und fand den Spitzwegerich. Dieser wächst bei uns sehr üppig in der Natur. Ich nahm ein Blatt, zerrieb es zwischen meinen Fingern, dass etwas Saft austreten konnte und wickelte es um den Stich. Und es half mir sofort. Die Schwellung ging zurück und auch die Schmerzen waren gut auszuhalten.

Einmal waren wir in Südtirol im Urlaub. Leider hatten wir ein Problem mit Insektenstichen. Ich legte uns frischen Spitzwegerich und ein kalten Umschlag auf die Stiche, welches uns allen sofort Linderung verschaffte. Allein wegen solchen alltäglichen Dingen lohnt es sich, sich näher mit dem Thema Heilkräuter zu beschäftigen.

Die wichtigsten Heilkräuter sind:

  • Kamille: entzündungshemmend, krampflösend, hilft bei Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen und bei der Wundheilung, als auch bei Völlegefühl und Blähungen.
  • Pfefferminze: krampflösend, schmerzlindernd, hilft bei Verdauungsproblemen, Blähungen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen
  • Salbei: antibakteriell, entzündungshemmend, hilft bei Hals- und Rachenentzündungen, Mandelentzündungen
  • Brennnessel: harntreibend, entzündungshemmend, hilft bei Harnwegsinfekten, rheumatischen Erkrankungen
  • Baldrian: beruhigend, schlaffördernd, hilft bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen, Stress, fördert die Entspannung
  • Rosmarin: anregend, krampflösend, wirkt anregend auf den Kreislauf, hilft bei Blähungen, bei nervösen Herzbeschwerden
  • Zitronenmelisse: beruhigend, appetitanregend, bei nervösen Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden
  • Ingwer: entzündungshemmend, verdauungsfördernd, Linderung von Übelkeit, Reisekrankheit und Entzündungen

Mein Oxymel

Ich bin im Internet auf ein Oxymel Rezept gestoßen. Oxymel, auch “Sauerhonig” genannt, ist ein traditionelles Heilmittel aus einer Mischung aus Honig, Essig und Kräuter. Man kann nach Belieben Kräuter, Früchte, Wurzeln und Gewürze hinzufügen. Es gilt als traditionelles Mittel zur Stärkung des Immunsystems, besonders jetzt zur kalten Jahreszeit. Es soll entzündungshemmend wirken und auch die Verdauung anregen. Je nachdem welche Kräuter man zugibt, kann man dadurch die Wirkung gezielt beeinflussen.

Ich habe ein Oxymel hergestellt aus:

Apfelessig, Honig, Zitronenstücke, Ingwer, Salbei, Kapuzinerkresse, Kamillenblüten, Rosmarin, Knoblauch, Brennnessel und getrocknete Minze. Die Zutaten sind fast alle aus meinem Garten. Ich habe beim ansetzen zwei Teile Honig zu einem Teil Apfelessig verwendet. Das Ganze kommt in saubere leere Einmachgläser, wo es kühl und lichtgeschützt 4 Wochen ziehen darf. Die Dauer des Ansetzens variiert je nachdem welche Zutaten verwendet wurden.  Wenn man es vorher im Mixer klein macht, reichen zwei Wochen durchaus aus. Wichtig ist, dass man das tägliche Schütteln nicht vergisst, damit sich kein Schimmel bilden kann.

Vielleicht habt ihr auch Lust euer eigenes nach Belieben hergestelltes Oxymel auszuprobieren.

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