Ich möchte gerne über unseren Körper schreiben, weil er zu uns gehört und wir uns mit ihm identifizieren als Hauptbestandteil. Wir definieren uns über unseren Körper, dabei ist er nicht nur unsere Materie, sondern auch der Sitz unserer Seele und unseres Geistes. Mit ihm haben wir die Möglichkeit, menschliche Erfahrungen zu sammeln.
Unsere Seele hat durch den Körper die Möglichkeit sich bemerkbar zu machen und sich auszudrücken. Vor allem dann, wenn wir uns von unserem Seelenweg entfernt haben. Vor unserer Inkarnation nehmen wir uns verschiedene Stationen im Leben vor mit Erfahrungen, die wir gerne machen möchten. Kommen wir aber im Leben zu weit von unserem ursprünglich geplanten Weg ab, dann versucht die Seele mit uns zu kommunizieren und in Kontakt zu kommen. Meist geschieht dieses durch körperliche Anzeichen und Krankheiten oder anderen unvorhersehbaren Dingen. Dies geschieht erst mit kleinen Zeichen. Es kann eine Erkältung sein, damit du endlich zur Ruhe kommst, in der Hoffnung, dass du so anfängst, auf deine innere Stimme zuhören. Meist reicht das jedoch nicht – oft muss mehr passieren als nur eine Erkältung. Chronische Krankheiten oder Schlimmeres. Denn erst dann fangen wir an, uns mit unserer Gesundheit auseinanderzusetzen. Das macht die Seele natürlich nicht, um dir zu schaden, sondern dir zu sagen: “Hey, du bist auf dem falschen Weg. Jetzt wird´s endlich Zeit, etwas zu ändern!” Nur wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind, sind wir vollkommen gesund, glücklich und in unserem Gleichgewicht.
Viele Krankheiten treten auf, wenn eines der drei aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wenn wir uns krank fühlen, gehen wir zum Arzt (im besten Fall), doch was machen wir, wenn es der Seele nicht gut geht? Schenkst du allen drei Elementen gleich viel Aufmerksamkeit? Den meisten Menschen ist sich dessen nicht bewusst, da sie sich nur auf den körperlichen Aspekt beschränken und sich mit ihm identifizieren. Die Seele und der Geist wird meist vergessen.
Wir können uns das mit der Seele, dem Geist und dem Körper wie ein Auto vorstellen. Der Körper ist das Aut0, also die Materie im Außen. Dein Geist (der Verstand) ist der Fahrer, der Chauffeur, und die Seele der Fahrgast, der das Ziel angibt. Die Seele ist ruhig und kennt die Richtung und das Ziel, lässt aber dem Fahrer die Verantwortung für die Fahrt. Wenn der Fahrer, also der Verstand, in eine andere Richtung fährt und der Fahrgast, also die Seele, weiß, dass er in dieser Richtung nicht am Ziel ankommen wird, dann wird er sich einmischen und versuchen, auf sich aufmerksam zu machen, damit der Fahrer seine Richtung ändern kann.
Daher ist es wichtig, sich bewusst zu machen, was man tief in sich möchte.
Werde dir bewusst, was deiner Seele Freude macht und was dir gut tut. Wir sind so von Außen programmiert worden, dass wir denken, das Leben muss schwer sein und wir müssen viel leisten, um Anerkennung zu bekommen. Aber wenn es dir nicht wirklich gut geht und du deine Bedürfnisse unterdrückst, kannst du damit niemandem von Dauer helfen. Nur wenn es dir gut geht, bist du auch imstande, für andere da zu sein und kannst aus deinem vollen Potenzial schöpfen.
Eine kleine Geschichte aus dem Alltag
Wir waren letztens am Bodensee. Dort fahren wir sehr gerne hin, da wir uns sehr wohl fühlen und wir Kraft tanken können. Als wir dort waren, war das Wetter durch Saharastaub sehr trübe. In Hemmenhofen gibt es einen schönen Steg, auf den man raus aufs Wasser laufen kann und wo sonst Boote anlegen. Dort sind wir spazieren gegangen und haben tolle Fotos zur Erinnerung für uns gemacht.
Als wir auf dem Rückweg des Stegs waren, haben wir beobachtet, wie ein Hotelgast – am Wasser befindet sich ein Spa Hotel – sich ausgezogen hat und komplett nackt ins Wasser ist. Für meine 12-jährige Tochter war das eine neuartige Erfahrung und sie fing an zu lachen. Sie wusste nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollte, da sie das nicht kannte.
Da das Wasser recht kalt war, kam er sehr schnell wieder nach draußen. Mein Mann und ich und andere haben es auch beobachtet und man sah, wie es jeden beschäftigt hat. Die meisten schmunzelten oder waren pikiert. Auch ich selbst musste schmunzeln. Dann wurde ich mir der Situation bewusst und sagte zu meinen beiden, dass das eigentlich eine ganz natürliche Sache sei. Die Indogenen Völker gehen heute noch völlig nackt ins Wasser. Und auch unsere Vorfahren haben es getan, da es das Natürlichste der Welt war. Aber wir sind von dieser Natürlichkeit völlig abgekommen. Und genau hier dürfen alle wieder mehr zu sich und der Natur zurückkommen.
Ich war dem Mann sehr dankbar, dass er mit seinem Verhalten – für ihn war es ganz normal – gezeigt hat, dass wir von dem Natürlichen weggekommen sind und wieder lernen dürfen, dass es in Ordnung ist, das zu tun, was sich richtig anfühlt.
