Liebst du auch die Advents- und Weihnachtszeit so sehr wie ich? Für mich ist Weihnachten schon immer ein Highlight im Jahr gewesen. Als Kind war es nach den langen Sommerferien genauso richtig toll, weil es an Weihnachten die tollsten Geschenke gab. Da haben unsere Kinderaugen geleuchtet, wenn man in der warmen Stube vor dem herrlich geschmückten Baum Weihnachtslieder gesungen hat und all die Geschenke bewundern konnte. Da hat sich unser Christkind immer besondere Mühe gegeben!

Aber bevor es in die warme Stube ging, war es für mich Tradition am Nachmittag in den Gottesdienst zu gehen. Die Erwachsenen verbrachten den ganzen Nachmittag in der Küche und wir konnten es kaum erwarten, bis es endlich die Bescherung gab.

Der Zauber der Weihnacht hat mich nie verlassen, auch nicht als ich in der Metzgerei gearbeitet habe. Und das war für uns immer die stressigste Zeit, denn jeder möchte an Weihnachten natürlich etwas Besonderes auf dem Tisch: gefüllte Rouladen, Fondue, der gefüllte Braten, Kassler im Blätterteig, gefüllte Filetstücke, Kartoffelsalat wenn es Saitenwürstchen gibt und vieles mehr, was das Herz begehrt. Und das möchte natürlich frisch zubereitet werden, also hieß es an den Tagen vor den Feiertagen Doppelschichten mit bis zu 13 Stunden arbeiten am Stück. Und natürlich an Heilig Abend war der halbe Tag mit arbeiten ausgefüllt. Aber es machte mir Spaß. Ich freute mich über jede Bestellung, die ich bearbeiten konnte, denn es war mir wichtig, dass jeder pünktlich das bekommt, was er an den Festtagen gerne essen und verschenken möchte. Man spürte auch hier den Zauber der Weihnacht!

Als ich mich entschlossen habe, nach 18 Jahren in der Metzgerei meinen Beruf zu wechseln und bei der Sozialstation angefangen habe, war und ist es für mich etwas Besonderes an Heilig Abend frei zu haben und auch den Festtagsbraten für die Familie in der Metzgerei zu bestellen.

 

Wenn ich zu meinen Patienten nach Hause komme, freue ich mich, wenn weihnachtlich dekoriert wurde. Leider schaffen es nicht alle, da ihnen durch Krankheit meist keine Kraft und Motivation zum schmücken bleibt. Was aber die meisten besitzen, sind Engelsfiguren. Engel haben in dieser Zeit für die Menschen einen besonderen Bezug. Und ich spreche nicht von der Spiritualität. Engel haben an Weihnachten einen festen Platz in unseren Herzen. Und ich fühle, dass besonders viele Engel, mehr wie sonst, gerade jetzt bei uns sind.

 

Weihnachten – eine besinnliche Zeit

Die Natur hat sich zurückgezogen, es ist ruhig und still draußen. Und genauso zieht sich der Mensch in sich selbst zurück. Die Dunkelheit ist länger als die Helligkeit und wir haben das Bedürfnis uns in die warmen Stuben mit köstlich duftendem Tee und Weihnachtsgebäck gemütlich einzukuscheln. Der Kontakt zu lieben Menschen wird mehr gepflegt und man nimmt sich Zeit für Dinge, die sonst liegen geblieben sind. Man freut sich morgens auf den Adventskalender, der bei mir immer mit Edelsteinen gefüllt ist. Sogar unsere Katze Flecki besitzt einen Adventskalender mit Katzenschleckis.

Rauhnächte

Worauf ich mich besonders freue und ein Grund, warum ich an Weihnachten gerne Urlaub nehme, sie die Rauhnächte. Diese besondere Zeit beginnt in der Nacht vom 24. auf den 25.12. und endet am 6.01 um 23.59 Uhr. Unsere Vorfahren haben schon diese besondere Zeit für sich und ihre Innenschau genutzt. In dieser Zeit ist der Schleier zur Geistigen Welt sehr weit geöffnet und es fällt einem leichter in den direkten Kontakt zu gehen. Es ist ein wunderschöner Brauch, der heutzutage leider zu viel vergessen wird.

In der Vorbereitung schreibe ich 13 Wünsche auf je einen Zettel. Ich formuliere den Wunsch so, als hätte er sich erfüllt, z.B. “Ich bin gesund”. Diese kommen anschließend in ein Glas, welches ich extra dafür verziert habe. In jeder Rauhnacht verbrenne ich einen Wunsch und am Ende der letzten Rauhnacht bleibt 1 Wunsch übrig, da es 12 Nächte sind. Und für diesen einen Wunsch ist man selbst für die Erfüllung verantwortlich. Was auch zu den Rauhnachtsritualen gehört, ist das Tagebuch schreiben und Orakelkarten ziehen. Diese stehen dann für den jeweiligen Monat. Ich finde es spannend zu vergleichen, inwieweit sie am Ende des Monats gepasst haben.

Vielleicht ist dieses Jahr eine Zeit, die du für Innenschau und das Zelebrieren der Rauhnächte nutzen kannst.

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